Dienstag, 16. Mai 2017

{Rezension} In der Liebe ist die Hölle los

Titel: In der Liebe ist die Hölle los
Reihe: Catalea Morgenstern Band 1
Autor: Benne Schröder
Verlag: Lyx
Erschienen: 24.4.2017
Ebook: 8,99 €
Taschenbuch: 10 €
Seitenzahl Print: 400 Seiten

Buch kaufen:
Verlagsshop | Amazon | Thalia

Catalea Morgenstern will eigentlich nur eins: so wenig wie möglich mit ihrer Familie zu tun haben. Denn ihr Vater ist der Teufel und die Hölle seine Firma. Als dann aber ihr Freund wegen ihrer ständigen Geheimniskrämerei Schluss macht, muss Catalea einsehen, dass sie sich ihrer Bestimmung vielleicht doch nicht entziehen kann. Widerwillig steigt sie in das Familienunternehmen ein, doch schon ihr erster Auftrag geht gewaltig schief - und sofort ist die halbe Hölle hinter ihr her. Mithilfe des teuflisch gutaussehenden Totenanwalts Timur gelingt ihr die Flucht, und plötzlich ist nicht nur Cataleas Leben, sondern auch ihr Herz in Gefahr -
Benne Schröder kann nicht nur gut moderieren, sondern auch Geschichten schreiben.

Die Grundidee hat mich sofort Neugierig gemacht und auch der Einstieg fiel mir sehr leicht. Direkt im ersten Kapitel lernt man Catalea kennen und den Humor des Autors, der meinem doch sehr gleicht, so hab ich mich auf eine turbulente, humorvolle und spannende Geschichte eingestellt und wurde auch nicht enttäuscht, trotzdem hat das Buch auch seine Schwächen.
Vom Schreibstil her ist es zwar sehr gut zu lesen, flüssig, leicht und mit Humor, aber es gab auch so einige Dämpfer, zum Beispiel kurze Zwischensequenzen aus einer anderen Sicht, deren Sinn sich mir im Nachhinein einfach nicht erschloß, denn relevant waren sie in meinen Augen für die Geschichte nicht unbedingt. Auch die ein oder andere Länge hat sich eingeschlichen und die ewigen Wiederholungen der Dekadenz der Dunklen sorgte bei mir irgendwann für Augenrollen.

Dafür war es wirklich spannend, die Idee die Hölle mit einer großen Firma gleich zusetzen, die der Mafia gleicht und dem Teufel als Paten sieht, fand ich einfach großartig und das ist wirklich gut umgesetzt worden, es war spannend zu erfahren wie das ganze Aufgebaut ist, neben der Geschichte gibt es immer wieder Auszüge aus dem Handbuch der Toten, ein nettes Goodie in der Geschichte, das mich oft hat schmunzeln lassen.
Obwohl es sehr viele Informationen zu den Dunklen, deren Hierarchie und Handhabe gibt, war es leicht verständlich und wirkte nie zu viel auf einmal, die Infos wurden immer wieder in die Geschichte eingestreut, ohne das es zu viel wurde. Die Wendungen waren teilweise Vorhersehbar und auf der anderen Seite vollkommen überraschend, manchmal freute ich mich einfach, dass ich richtig lag und kurz darauf gab's einen Plottwist, den ich so nicht vor raus gesehen habe. Spannung kommt wirklich nicht zu kurz, bis zur letzen Seite.

Die Charaktere haben wirklich eine bunte Mischung und besonders Kitty ist mir ans Herz gewachsen, ich hatte schon immer eine schwäche für die ... etwas anderen Charaktere.
Neben Catalea - aus deren Sicht die Geschichte auch beschrieben wird - gibt es noch Timur als Hauptprotagonist, der mir selbst nach beenden aber immer noch zu unnahbar erschien. Er wirkte etwas blass, was auch an seinem verschlossenen Charakter liegen mag, Catalea dagegen ist sympatisch und nachvollziehbar. Sie macht eine starke Entwicklung durch, die einen mitreißt und mitfiebern lässt. Zusammen ergeben sie aber eine brisante Mischung und ich mochte was er in ihr ausgelöst hat. Trotzdem bleibt die Liebesgeschichte sehr Oberflächlich, es ist nicht ganz so Emotionsgeladen, was es aber mit Humor wieder wett macht.
Tolle Grundidee , solide Umgesetzt. Mit Spannung , Humor und seinem ganz eigenem Charme hat Benne Schröder eine Geschichte erschaffen, die Licht aufs Dunkle wirft. Leider mit ein paar Längen aber dennoch eine Leseempfehlung meinerseits.

Benne Schröder über In der Liebe ist die Hölle los im Autorensteckbrief

Lieblingssatz aus dem Buch:
Der völlig heruntergekommene Typ auf dem letzten Platz am Ende des Tresens, mit diesen fettigen Haaren, dem gekrümmten Rücken und den völlig ausgetretenen Schuhen war kein Landstreicher – oh nein, er war der Mann, der mich zu der Person gemacht hatte, die ich jetzt war, dieser Mann dort hinten war der Teufel - mein Vater.

Die Stelle im Buch, die am schwierigsten zu schreiben war:
Die Szene in der die Guten zu den Bösen werden und plötzlich ihr wahres Gesicht zeigen. Das musste nämlich richtig hässlich und fies werden – und ich kann leider viel besser lustig und verrückt als hässlich und gemein.

Der optimale Soundtrack zum Buch:
Keine Frage: Edwyn Collins – A Girl like you

Der perfekte Ort, um das Buch zu lesen:
In einer richtig runtergerockten Bar, in der die Farbe von den Wänden blättert. Dabei aber bitte ein sündhaft teures Abendkleid tragen.

Welchem Prominenten würden Sie Ihr Buch gern überreichen und welche Widmung stünde drin?
Meryl Streep und „Ich liebe Sie"

Was darf beim Schreiben auf keinen Fall fehlen – abgesehen von Rechner, Schreibmaschine oder Stift?
Einige Liter Kaffee, Süßigkeiten, Taschentücher für die Heulkrämpfe und für den Notfall: Ein Schnaps!

Was ist schöner: den letzten Satz zu Ende gebracht zu haben oder das fertige Buch in den Händen zu halten?
Das fertige Buch ist das wahrscheinlich beste Gefühl der Welt. Es macht wahnsinnig glücklich. Wenn dir klar wird: Himmel, Arsch und Zwirn. DAS HABE ICH ALLES GESCHRIEBEN?!

Wer oder was hilft, wenn es mal schwierig ist, weiterzuschreiben?
Gummistiefel an und mit meinem Labrador Matti eine Stunde den Strand am Rhein entlangspazieren wirkt Wunder. Auf halber Strecke kann ich es nicht mehr erwarten wieder nach Hause zu kommen um weiterzuschreiben.

Was war zuerst da: die Story oder eine Figur aus dem Buch?
Es ist immer die Story – sie existiert mit namenlosen Figuren, denen ich dann versuche Leben einzuhauchen. Manchmal geht das ganz schnell, manchmal dauert es ewig.

Wie wichtig sind Freunde, Familie, Berater beim Schreiben?
Am Anfang ungeheuer wichtig! Ich schätze die Meinung meiner Agentin ungeheuer. Sie ist ein toller Sparringspartner. Wenn ich dann aber einmal angefangen habe, möchte ich mich verkriechen und niemand darf mir mehr etwas reinreden – bis alles fertig ist.

Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflosschreiben?
Am Allerliebsten möchte ich immer sofort drauflosschreiben, mutig und ohne Angst! Noch besser wäre es, die fertige Geschichte aus dem Kopf einfach auf das Blatt werfen zu können. Aber mittlerweile weiß ich, dass ich zumindest den wichtigen Teil planen muss.

Welche Farbe hätte das Cover auf keinen Fall haben dürfen und warum?
Weiß! Hier geht es schließlich um den Teufel. Da ist schwarz doch Pflicht, oder?

Wer das Buch liest, fühlt sich nach der letzten Seite…?
Hoffentlich glücklich und zufrieden, aber auch ein bisschen aufgekratzt, weil er wissen will wie es weitergeht!

1 Kommentar:

  1. Hallöchen =)

    Die Kommentare im Autorensteckbrief machen mir noch viel mehr Lust auf das Buch, als ich sowieso bereits habe. Landet auf jeden Fall auf meiner Wunschliste.

    LG
    Anja

    AntwortenLöschen